
melisma
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- 17. Februar 2014
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- NWM
Hallo liebe Katzenkenner,
ich melde mich, weil es hier gleich mehrere Schwierigkeiten auf einmal gibt.
Das Ganze ist ein bisschen kompliziert, deshalb muss ich von vorne anfangen.
Entschuldigt, dass es so lang wird.
Die Vorgeschichte:
Ursprünglich lebten wir mit zwei kastrierten Freigängerkatzen und einer Hündin zusammen.
Eine der Katzen kam eines Tages nicht mehr nach Hause, zur selben Zeit verschwanden auch andere Katzen aus dem Dorf. Was passierte, wissen wir bis heute nicht.
Mietz, die Übriggebliebene, mutierte zur Einzelkatze. Im Gegensatz zu der Vermissten, war Mietz immer eigen gewesen. Mit dem Hund verstand sie sich nicht besonders, deshalb hatten wir das OG mit Katzentreppe ausgestattet und als hundefreie Zone deklariert. Kätzische Kontakte gab es im Dorf genügend und menschliche Zuwendung hatte sie bei uns.
Das funktionierte solange gut, bis unser Haus umgebaut wurde. Mietz beschloss, in den Stall zum Nachbarn umzusiedeln, der sich von da an um sie kümmerte. Uns begrüßte sie nur noch manchmal auf der Straße.
Das ist nun vier Jahre her.
Die Kitten:
Nachdem Ende letzten Jahres unser Hund in meinen Armen starb, fühlte sich das Haus schrecklich tot an. Ein anderer Hund wird noch lange nicht in Frage kommen, aber vielleicht wieder eine Katze …
Der freie Platz blieb nicht lange leer. Zwei weibliche Fundkitten vom Tierschutz zogen ein. Als wir sie holten, hatten sie bereits 4 Wochen in einer Pflegestelle gelebt. 12 Wochen seien sie alt, hieß es, aber noch halbwild und winzig klein (Stella wog 650 und Luna 950 Gramm).
Leider stellte sich raus, dass sie auch krank waren. Sie hatten das „Limping Kitten-Syndrom“ einen mutierten Calici-Virus. Anfangs verbrachten wir jeden Vormittag beim Tierarzt. Das, was wir dem Hund nicht mehr geben konnten, bekamen nun die Sorgenkätzchen ab.
Inzwischen sind die Kleinchen zum Glück übern Berg. Sie schmusen mit uns und toben miteinander durchs ganze Haus. Geschätzt sind sie jetzt 19 Wochen alt und wiegen jeweils 1900 Gramm. Luna ist immer noch dünn, sie wächst scheinbar nur in die Länge, aber Stella hat sich unglaublich entwickelt.
Die 2. Impfung ist erledigt und Mitte März werden die beiden kastriert.
Alles gut, dachten wir …
Die Herausforderung:
Nun hat sich unsere frühere Katze aber in den Kopf gesetzt, wieder bei uns zu wohnen. Wäre sie doch etwas eher gekommen, dann hätte ich die Kitten wohl gar nicht erst genommen.
Mietz ist 12 Jahre alt, ruhebedürftig, freiheitsliebend und eigensinnig. Für eine Vergesellschaftung also nicht gerade ideal, schon gar nicht mit Kitten.
Mit dem Nachbarn ist abgesprochen, dass sie selbst entscheiden soll, wo sie leben möchte, auch wenn sie vielleicht pendeln will.
Bei den ersten Besuchen der älteren Dame wohnten die Kleinen noch im Kittenzimmer. Mietz inspizierte das Erdgeschoss, ließ sich etwas zu Fressen bringen und döste ein wenig auf dem Sofa. Nach einer Weile spazierte sie wieder hinaus.
Die erste Begegnung der drei war furchtbar. Mietz begann mit Drohmiauen, sobald sie die Kleinen entdeckte, es klang wie Kinderweinen. Ihre Rückenlinie war gesträubt, der Flaschenbürstenschwanz gerade nach hinten gestreckt. Sie bewegte sich nur in Zeitlupe.
Angst oder Aggression? Vermutlich beides.
„Der blöde Hund ist endlich weg, und jetzt haben sich ätzende Kitten in meinem Haus eingenistet“, dachte sie vielleicht.
Die Kleinchen hielten vorerst Abstand. Beide zeigten sich freundlich und vorsichtig interessiert. Als Stella der alten Dame doch zu nahe kam, ging diese mit Geheul auf sie los. Die Kleine rettete sich unter einen Hocker, die Große versuchte, von der anderen Seite dranzukommen. Zum Glück konnte ich sie ablenken und schnell nach draußen locken. Den ganzen Abend war ich noch zittrig.
Bei einer weiteren Begegnung ein paar Tage später, lief es etwas besser. Schwanz und Rückenlinie der Dame waren zwar immer noch dick gesträubt, es gab auch Gefauche, aber kein Drohmiauen mehr. Stella ging ihr unbekümmert entgegen und fing sich eine deftige Ohrfeige ein. Luna sah sich das Ganze misstrauisch aus der Ferne an. Da die Große sichtlich gestresst war, ihr Schwanz immer heftiger schlug und sie von einer Terrassentür zur nächsten strebte, ließen wir sie hinaus, bevor ihre Stimmung wieder umkippen konnte. Ich selbst war mindestens genauso erregt, das hat sicher nicht gerade geholfen.
So ging es weiter, waren die Begegnungen kurz genug und wurde dabei gefressen, klappte es eigentlich ganz gut. Aber die kleine Luna begann, Mietz anzustarren und sie schleichend zu verfolgen. Mit jeder Minute länger wurde die Atmosphäre angespannter.
Gittertür:
Um die Situation zu beruhigen, haben wir das Ganze auf Null gestellt und uns für eine langsame Zusammenführung entschieden. Die Küche wurde als vorläufiges „Altenteil“ mit einem Gitternetzrahmen abgetrennt. In der Küche gibt es eine Tür in den Garten. Dort lassen wir Mietz nun rein und raus. Mal ist sie den ganzen Tag bei uns, mal nur ein paar Stunden. Dann schläft sie entweder auf einem Küchensessel oder auf der überdachten Terrasse in einem weichen Stuhl.
Zweimal blieb sie über Nacht, weil ich mit ihr zusammen in der Küche Spätfilme guckte. Als ich ins Bett ging, hatte ich Tür nach draußen einfach angelehnt gelassen.
Beide Male räkelte sie sich morgens noch (oder wieder) auf ihrem Sessel, aber das zweite Mal stank die ganze Küche dann nach Kater. 😱
Inzwischen schleichen nämlich vier potente Kater ums Haus. Noch laufen sie weg, wenn wir laut klatschen, aber täglich ein paar Meter weniger. Wahrscheinlich hat es sich herumgesprochen, dass hier bald zwei „frische Kätzinnen fällig“ werden.🙁
Was mach ich nur, ich kann Mietz doch nicht rauswerfen, wenn es nachts vielleicht friert. Aber Tür schließen geht auch nicht, sie randaliert, wenn sie merkt, dass sie eingesperrt ist. Die Katzenklappe mit Chip kommt erst später und wird ganz woanders eingebaut.
Ich habe den Eindruck, dass Mietz am liebsten in Rente gehen und einen ruhigen Sofaplatz im warmen Wohnzimmer mit jederzeit verfügbarer Schmuse- und Futtergarantie einnehmen würde.
Aber ach, stattdessen wird sie auf der einen Seite des Netzes gefüttert und auf der anderen Seite fressen die lebhaften Kleinchen. Abstand inzwischen etwa 1,50 m. Von Zeit zu Zeit faucht und spuckt die ältere Dame. Wenn ein Kleinchen direkt am Gitternetz sitzt, geht sie auch mal hin und schlägt.
Ansonsten kehrt sie dem Netz den Rücken zu, pennt je nach Laune drinnnen oder draußen und geht insgesamt ihrer Wege.
Uff, jetzt kommen die Fragen:
Ich lebte schon früher mit Katzen zusammen, aber mit solchen Konstellationen habe ich überhaupt keine Erfahrung.
Zusammenführungen kenne ich nur in relativ jungem Alter und das Revier wurde immer durch einen Hund freigehalten.
Jetzt bin ich ziemlich unsicher und hoffe, ihr könnt mir helfen.
Liebe Grüße
melisma
ich melde mich, weil es hier gleich mehrere Schwierigkeiten auf einmal gibt.
Das Ganze ist ein bisschen kompliziert, deshalb muss ich von vorne anfangen.
Entschuldigt, dass es so lang wird.
Die Vorgeschichte:
Ursprünglich lebten wir mit zwei kastrierten Freigängerkatzen und einer Hündin zusammen.
Eine der Katzen kam eines Tages nicht mehr nach Hause, zur selben Zeit verschwanden auch andere Katzen aus dem Dorf. Was passierte, wissen wir bis heute nicht.
Mietz, die Übriggebliebene, mutierte zur Einzelkatze. Im Gegensatz zu der Vermissten, war Mietz immer eigen gewesen. Mit dem Hund verstand sie sich nicht besonders, deshalb hatten wir das OG mit Katzentreppe ausgestattet und als hundefreie Zone deklariert. Kätzische Kontakte gab es im Dorf genügend und menschliche Zuwendung hatte sie bei uns.
Das funktionierte solange gut, bis unser Haus umgebaut wurde. Mietz beschloss, in den Stall zum Nachbarn umzusiedeln, der sich von da an um sie kümmerte. Uns begrüßte sie nur noch manchmal auf der Straße.
Das ist nun vier Jahre her.
Die Kitten:
Nachdem Ende letzten Jahres unser Hund in meinen Armen starb, fühlte sich das Haus schrecklich tot an. Ein anderer Hund wird noch lange nicht in Frage kommen, aber vielleicht wieder eine Katze …
Der freie Platz blieb nicht lange leer. Zwei weibliche Fundkitten vom Tierschutz zogen ein. Als wir sie holten, hatten sie bereits 4 Wochen in einer Pflegestelle gelebt. 12 Wochen seien sie alt, hieß es, aber noch halbwild und winzig klein (Stella wog 650 und Luna 950 Gramm).


Leider stellte sich raus, dass sie auch krank waren. Sie hatten das „Limping Kitten-Syndrom“ einen mutierten Calici-Virus. Anfangs verbrachten wir jeden Vormittag beim Tierarzt. Das, was wir dem Hund nicht mehr geben konnten, bekamen nun die Sorgenkätzchen ab.
Inzwischen sind die Kleinchen zum Glück übern Berg. Sie schmusen mit uns und toben miteinander durchs ganze Haus. Geschätzt sind sie jetzt 19 Wochen alt und wiegen jeweils 1900 Gramm. Luna ist immer noch dünn, sie wächst scheinbar nur in die Länge, aber Stella hat sich unglaublich entwickelt.
Die 2. Impfung ist erledigt und Mitte März werden die beiden kastriert.


Alles gut, dachten wir …
Die Herausforderung:
Nun hat sich unsere frühere Katze aber in den Kopf gesetzt, wieder bei uns zu wohnen. Wäre sie doch etwas eher gekommen, dann hätte ich die Kitten wohl gar nicht erst genommen.
Mietz ist 12 Jahre alt, ruhebedürftig, freiheitsliebend und eigensinnig. Für eine Vergesellschaftung also nicht gerade ideal, schon gar nicht mit Kitten.

Mit dem Nachbarn ist abgesprochen, dass sie selbst entscheiden soll, wo sie leben möchte, auch wenn sie vielleicht pendeln will.
Bei den ersten Besuchen der älteren Dame wohnten die Kleinen noch im Kittenzimmer. Mietz inspizierte das Erdgeschoss, ließ sich etwas zu Fressen bringen und döste ein wenig auf dem Sofa. Nach einer Weile spazierte sie wieder hinaus.
Die erste Begegnung der drei war furchtbar. Mietz begann mit Drohmiauen, sobald sie die Kleinen entdeckte, es klang wie Kinderweinen. Ihre Rückenlinie war gesträubt, der Flaschenbürstenschwanz gerade nach hinten gestreckt. Sie bewegte sich nur in Zeitlupe.
Angst oder Aggression? Vermutlich beides.
„Der blöde Hund ist endlich weg, und jetzt haben sich ätzende Kitten in meinem Haus eingenistet“, dachte sie vielleicht.
Die Kleinchen hielten vorerst Abstand. Beide zeigten sich freundlich und vorsichtig interessiert. Als Stella der alten Dame doch zu nahe kam, ging diese mit Geheul auf sie los. Die Kleine rettete sich unter einen Hocker, die Große versuchte, von der anderen Seite dranzukommen. Zum Glück konnte ich sie ablenken und schnell nach draußen locken. Den ganzen Abend war ich noch zittrig.
Bei einer weiteren Begegnung ein paar Tage später, lief es etwas besser. Schwanz und Rückenlinie der Dame waren zwar immer noch dick gesträubt, es gab auch Gefauche, aber kein Drohmiauen mehr. Stella ging ihr unbekümmert entgegen und fing sich eine deftige Ohrfeige ein. Luna sah sich das Ganze misstrauisch aus der Ferne an. Da die Große sichtlich gestresst war, ihr Schwanz immer heftiger schlug und sie von einer Terrassentür zur nächsten strebte, ließen wir sie hinaus, bevor ihre Stimmung wieder umkippen konnte. Ich selbst war mindestens genauso erregt, das hat sicher nicht gerade geholfen.
So ging es weiter, waren die Begegnungen kurz genug und wurde dabei gefressen, klappte es eigentlich ganz gut. Aber die kleine Luna begann, Mietz anzustarren und sie schleichend zu verfolgen. Mit jeder Minute länger wurde die Atmosphäre angespannter.
Gittertür:
Um die Situation zu beruhigen, haben wir das Ganze auf Null gestellt und uns für eine langsame Zusammenführung entschieden. Die Küche wurde als vorläufiges „Altenteil“ mit einem Gitternetzrahmen abgetrennt. In der Küche gibt es eine Tür in den Garten. Dort lassen wir Mietz nun rein und raus. Mal ist sie den ganzen Tag bei uns, mal nur ein paar Stunden. Dann schläft sie entweder auf einem Küchensessel oder auf der überdachten Terrasse in einem weichen Stuhl.
Zweimal blieb sie über Nacht, weil ich mit ihr zusammen in der Küche Spätfilme guckte. Als ich ins Bett ging, hatte ich Tür nach draußen einfach angelehnt gelassen.
Beide Male räkelte sie sich morgens noch (oder wieder) auf ihrem Sessel, aber das zweite Mal stank die ganze Küche dann nach Kater. 😱
Inzwischen schleichen nämlich vier potente Kater ums Haus. Noch laufen sie weg, wenn wir laut klatschen, aber täglich ein paar Meter weniger. Wahrscheinlich hat es sich herumgesprochen, dass hier bald zwei „frische Kätzinnen fällig“ werden.🙁
Was mach ich nur, ich kann Mietz doch nicht rauswerfen, wenn es nachts vielleicht friert. Aber Tür schließen geht auch nicht, sie randaliert, wenn sie merkt, dass sie eingesperrt ist. Die Katzenklappe mit Chip kommt erst später und wird ganz woanders eingebaut.
Ich habe den Eindruck, dass Mietz am liebsten in Rente gehen und einen ruhigen Sofaplatz im warmen Wohnzimmer mit jederzeit verfügbarer Schmuse- und Futtergarantie einnehmen würde.
Aber ach, stattdessen wird sie auf der einen Seite des Netzes gefüttert und auf der anderen Seite fressen die lebhaften Kleinchen. Abstand inzwischen etwa 1,50 m. Von Zeit zu Zeit faucht und spuckt die ältere Dame. Wenn ein Kleinchen direkt am Gitternetz sitzt, geht sie auch mal hin und schlägt.
Ansonsten kehrt sie dem Netz den Rücken zu, pennt je nach Laune drinnnen oder draußen und geht insgesamt ihrer Wege.

Uff, jetzt kommen die Fragen:
- Was meint ihr, ist das Verhalten von Mietz prinzipiell harmlos und eigentlich nur ein ganz normales Setzen von Grenzen?
- Wann können wir es wagen, den Netzrahmen zu entfernen? Wenn das Fauchen und Schlagen aufgehört hat? Wenn sie direkt nebeneinander fressen und dabei gelassen sind?
- Könnte es leichter für die Große werden, wenn die Kleinen kastriert sind, oder macht das bei weiblichen Katzen nicht so viel aus?
- Nach der Kastra werden die Kleinen auf einmal anders riechen, dann ginge das Theater eventuell von vorne los. Deshalb tendiere ich dazu, die Kastration noch abzuwarten, oder ist das Quatsch?
- Die Kleinchen sollen ja ebenfalls Freigang bekommen, dann können die Türen offen stehen und Mietz kann verschwinden, falls es ihr zu viel wird.
Aber draußen „lauern“ auch die Kater. Sind die Kleinen als „Kätzinnen“ nicht mehr interessant, sobald sie kastriert sind oder dauert der Hormonabbau noch eine Weile? - Streiten sich Kater mit Katzen ebenso um Reviere wie die Geschlechter untereinander?
Ich lebte schon früher mit Katzen zusammen, aber mit solchen Konstellationen habe ich überhaupt keine Erfahrung.
Zusammenführungen kenne ich nur in relativ jungem Alter und das Revier wurde immer durch einen Hund freigehalten.
Jetzt bin ich ziemlich unsicher und hoffe, ihr könnt mir helfen.
Liebe Grüße
melisma
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