Jagut, dann möchte ich auch noch ein paar ernsthafte Gedanken loswerden.
Dass Katzen keine Rudeltiere sind heißt ja nicht gleich, dass sie Einzelgänger sind. Manche leben eher für sich, andere brauchen ständig Gewusel um sich herum..
Niemand würde auf die Idee kommen, einem Menschen, der lieber für sich lebt, zu empfehlen, doch jeglichen menschlichen Kontkat abzubrechen.
So ähnlich sehe ich das bei den Katzen.
Es gibt eben solche und solche, aber allen (!) ist gemein, dass sie keine Einzelgänger sind in dem Sinne, dass sie ihr Leben ohne Artgenossen fristen sollten.
Das mit dem "schlecht sozialisiert" ist natürlich ein Problem, denn tatsächlich haben diese Tiere nicht oder nicht ausreichend gelernt, mit ihren Artgenossen zurechtzukommen. Aber das dann "hinzunehmen" und zu sagen "ist eben Einzelprinzessin" finde ich sehr schade für das Tier!
Mensch und Katze zu vergleichen finde ich abwegig, ich tue es des Beispiels wegen - einem asozialen Kind (im Sinne von keiner sozialen Bindung fähig) würde man auch nicht sagen - "hey, dein Elternhaus war schlecht (oder eben andere Startschwierigkeiten) bleib du jetzt mal lieber alleine"
Gut ok, der Vergleich hinkt, aber worauf ich hinaus will, ist dieser vorschnelle Umkehrschluss "schlecht sozialisiert = Einzelkatze".
Eine schlechte Sozialisation kann man nicht Rückgängig machen, aber man kann so unendlich viel mit Erziehung und Geduld wieder wettmachen!
Das braucht unter Umständen Zeit und Geduld und dessen sollte man sich gewahr werden, meine ich.
Viele wollen und/oder können diese nicht aufbringen, das ist dann leider eben so, aber kein Grund, deswegen der Katzen die „Einzelkatzen A…Karte" zuzuschieben
😉. Es liegt immer am Menschen. Dass eine Katze Einzeltier wird, kann man manchmal nicht beeinflussen. Ob sie es bleibt, schon.
Gerade aktuell aus eigener Erfahrung habe ich erlebt, wie recht schlecht sozialisierte Katzen nach monatelanger unzumutbarer Haltung verblüffend schnell gelernt haben, friedlich miteinander umzugehen.
Es ist so toll zu sehen, wie lernwillig sie sind
🙂, wie sie Leitung und Erziehung brauchen, förmlich in sich aufsaugen um sich daran zu orientieren. Es dauert zwar etwas, aber besser spät als nie.
Katzen haben ja als „soziale Tiere" den Drang nach anderen und auch ein viel toleranteres "Sympathievergabesystem" als wir meinen. Sie differenzieren ihre Beziehungen nicht so sehr, sie sind sich eben grün oder eben nicht.
Aber wenn nicht, kann man eine Menge tun

Also mir kann keiner mehr erzählen, dass Katzen nicht erziehbar sind - im Gegenteil, sie lernen schnell und sehr bereitwillig - dressieren kann man sie nicht, aber man kann ihnen helfen, ihren ureigensten Bedürfnissen nachzukommen, auch wenn sie das nicht gelernt haben (eben schlecht sozialisiert sind) und die Grundbedürfnisse sind nunmal - ohne Probleme fressen, schlafen, spielen, raufen, schmusen etc und kätzische Gesellschaft haben – und so viel Platz, dass sie sich auch aus dem Weg gehen können

Ständiges Zusammenglucken muss nicht sein – deswegen immer der Hinweis, dass sie keine Rudeltiere sind.
Also mein Appell: nicht vorschnell „Einzelkatze“ rufen, sie sind, gerade wenn sie schlecht sozialisiert sind, auf menschliche Hilfe angewiesen.
Wenn eine Katze nach jahrelanger Einzelhaltung zur Einzelkatze vom Menschen gemacht (!) wurde, dann würde ich es trotzdem versuchen - einfach um ihrer Lebensqualität willen - ok, wenn es jahrelang so verhunzt wurde, dann wünscht man ihr einfach Ruhe. Aber schön ist das nicht...
Bei Freigängern sehe ich das übrigens anders, sie haben ihre Kontakte draußen, viele genießen gerade dann die ungestörte Ruhe in ihrem "ZuHauseRevier" - aber vielen fehlt auch einfach zu Hause ein beständiger Kumpel, das müsste man dann abwägen...