Sie essen nur "Billigzeug"

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Das stimmt nicht zwingend. Es hängt allein davon ab, wie fein die Rohstoffe vermahlen werden. Es ist im Moment ein Trend, dass Hersteller, von hochwertigem Futter, nur grob wolfen. Damit wollen sie sicherlich den Kunden demonstrieren, dass sie wirklich Fleisch verwenden. Das ist dann nur eine Verkaufsstrategie. Es ist aber nicht zwingend notwendig. Auf den gleichen Maschinen produziert, würde Spitzenfutter genauso aussehen, wie die Billigpampe.

Das stimmt. Es gibt sehr hochwertige Futter, wie z.B. das Herrmanns, die von der Konsistenz her Matschepampe sind😉
 
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Ich weiß nicht ob das jetzt auf Menschen bezogen war oder auf Katzen, aber: Katzen bekommen im Regelfall kein Karies.
Das, was landläufig als "Katzenkaries" bekannt ist, ist FORL, und das hat mit Zucker nichts zu tun.

Katzen bekommen im Regelfall kein Karies, weil sie eben keinen Zucker fressen. Kariesbakterien leben fast ausschließlich von Zucker. Ich kenne aber inzwischen einen Zahnarzt für Katzen, der ganz ernsthaft Zahnfüllungen macht, eben weil es doch vorkommt.

Das Kariesproblem ist bei Menschen übrigens nicht anders, als bei Katzen. Wenn wir keinerlei Zucker konsumieren würden, währen die Meisten von uns kariesfrei. Dazu kann die Archäologie gute Belege liefern. Özzi der berühmte Steinzeitmann, war vollständig kariesfrei. In seinem Umfeld gab es keinen Zucker. Im alten Ägypten war Karies eine Volksseuche, weil sie viele süße Getränke und Speisen kannten. Der Zucker kam überwiegend aus Honig. Da sind wahrscheinlich Pharaonen dran gestorben. Das Problem liegt also nicht an der betroffenen Spezies, sondern an der Ernährung.
 
Nein, das liegt eher an der Speichelzusammensetzung und der Zahnform/Zahnstellung.
Bei Hunden tritt Karies beispielsweise auf, wenn auch selten.

Manche Tierärzte machen auch bei FORL Füllungen. Würde ich meiner Katze persönlich nicht zumuten.

Und Ötzi hatte sehr wohl Karies 😉
 
Der Durchschnittsägypter dürfte auch nicht so häufig an Honig gekommen sein, weil der für ihn nicht bezahlbar war.

Aber bei Menschen brauchts für Karies auch keinen Honig, da reichen Obst und Getreideprodukte.
 
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@IFA und Maiglöckchen

Ihr habt Recht. Ötzi war ein falsches Beispiel, weil er bereits am Ende der Jungsteinzeit, eigentlich schon in der Kupferzeit, lebte. Ich muss da was vertüddeld haben.

Also drücken wir es richtig aus: Die Altsteinzeitler, ernährten sich überwiegend von Fleisch und hatten wenig Karies. Die Ägypter, des Neuen Reichs waren eine Hochkultur, die bereits regelmäßig zuckerhaltige Nahrung zu sich nahmen. Sie litten sehr unter Karies.

Getreide wird dabei allerdings eine untergeordnete Rolle gespielt haben, bzw. es hat den Kariesbefall nur gefördert, nicht ausgelöst. Der Zuckergehalt ist zunächst sehr niedrig. Es gibt zwar, bei Menschen, einen enzymatische Abbau, von Stärke, zu kleineren Einheiten, durch den Mundspeichel, der ist aber sehr unvollständig. Es dauert sehr lange, bis die ganze Molekülkette, bis zur Glycose, zerlegt ist. Brot würde sonst süß schmecken. (Erst wenn man ganz lange, auf einem Stück Brot kaut und es mehrere Minuten im Mund behält, entsteht ein ganz leicht süßlicher Geschmack).
Ich vermute, der Sinn des Enzyms besteht nicht darin, bereits im Mund Glycose zu produzieren (Das ist der eigentliche Energieträger, den der Körper verstoffwechselt.), sondern die Stärke besser löslich zu machen. Damit sie im Magendarmtrakt leichter gelöst und aufgeschlossen werden kann.

Jeder chemische Angriff, also auch ein enzymatischer, ist, von der Größe der Oberfläche, abhängig, aber selbst unser Feinbrot schmeckt wenig süß. Das sehr grob gemahlene Mehl früherer Kulturen wird also kaum Zucker im Mund produziert haben. Das Problem lag eher in zu hoher Abnutzung der Zähne, durch Gesteinsstaub, aus den Mahlsteinen.
Ok, wenn der Zahnschmelz komplett weg ist, wird der Zahn anfälliger werden. Es ist dann aber zunächst ein mechanisches Problem.
 
Übrigens hatte ich bereits eine Katze, mit dem typischen schwarzen Loch im Zahn. Die Zerstörung ging also nicht vom Zahnfleisch und der Zahnwurzel aus, sondern es waren tatsächlich Kariesbakterien.
 
Speichel-Amylase
Bei Brotresten an den Zähnen ist Zeit genug, anzugreifen.
Kariesbakterien ernähren sich nicht nur von Glucose, sondern von allen Mono- und Disacchariden, also z.B. auch Maltose.
Bei Ötzi wird Karies auf Stärkekonsum zurückgeführt. Mit Saccharose geht es halt schneller und der moderne Mensch nimmt davon auch genug zu sich.

Was jetzt aber wegführt vom eigentlichen Thema Katze.
Da ist, wie gesagt, die Speichelzusammensetzung und die Zahnform anders als beim Menschen. Selbst bei Zuckeraufnahme (und die domestizierte Katze nimmt z.B. über Milch sehr wohl Zucker zu sich) ist sie nicht kariesanfällig.
Das schwarze Loch im Zahn kann auch von FORL kommen, da gibt es verschiedene Formen. Andernfalls hättest du eine kleine medizinische Sensation Zuhause gehabt.
 
@IFA

Okay, du scheinst, bei diesem Thema beruflich vorbelastet zu sein. Ich habe kein Problem damit, wenn ich falsch liege. Meine Firma beschäftigt sich mit Waschpulver, Klebstoffen und Ähnlichem. Patex und Persil sind Namen, mit denen ich etwas anfangen kann.

Ich dachte immer, FORL wird durch Bakterien im Bereich Zahnfleisch, Zahnwurzel ausgelöst. Es geht mit den typischen braunen Ablagerungen, zwischen Zahnfleisch und Zahnwurzel einher. Stimmt das dann so nicht?

Mein uralter Cooni hat dadurch letztes Jahr 6 Zähne verloren. Da waren die typischen Entzündungen im oberen Bereich der Zahnfleisch deutlich zu sehen.
 
Nein, nicht beruflich vorbelastet, aber einen FORL-Kater zuhause und deswegen viel mit Katzenzähnen beschäftigt 😉

FORL entsteht nicht durch Bakterien, sondern dadurch, dass körpereigene Zellen aktiv werden, die den Zahn auflösen. Wodurch diese Aktivierung ausgelöst wird, weiß man nach wie vor nicht genau, vermutet wird eine Störung im Calciumhaushalt (Fertigfutter mit viel zu hohen Vitamin-D-Werten und zu niedrigem Calcium-Phosphor-Verhältnis spielt da z.B. mit rein) und eine Begünstigung durch Entzündungen.

Füllungen sind da anders als bei Karies keine gute Lösung, weil die Auflösung im Normalfall trotz Füllung weitergeht (nach zwei Jahren sind beispielsweise 80-90% der Füllungsbehandlungen fehlgeschlagen, weil sich die Wurzel weiter aufgelöst hat). Man zögert die Zahnentfernung also nur raus und lässt die Katze u.U. unnötig Schmerzen leiden.
 
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Also ich habe gerade aus Interesse nochmal bezüglich Ötzi nachgelesen und herausgefunden, dass er nach allen Erkenntnissen sehr wohl Karies ( und jede Menge andere Krankheiten) hatte. Während der Untersuchungen wurde entdeckt, dass Ötzi eine wandelnde Krankenakte war, sicher auch deshalb, weil zu seiner Zeit gesunde Ernährung noch keine Rolle spielte.
Neben Würmern, Durchfall, Arthritis, Gefäßverkalkung und gebrochenen Rippen hatte Ötzi auch schlechte Zähne, also Karies. Einen seiner Frontzähne hat er aber wahrscheinlich im Kampf eingebüßt – er fiel nach einem Schlag aus. ( Quelle )
 
@IFA

Ich habe gerade, mit meinem Zahnarzt, gesprochen, also den für den Kater, nicht den für Menschen. Es gibt bakterielle Angriffe, an den Zahn, bei Katzen, es sind aber keine Zucker fressenden Kariesbakterien, wie beim Menschen. Du hattest Recht und ich habe mich geirrt.
 

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