@IFA und Maiglöckchen
Ihr habt Recht. Ötzi war ein falsches Beispiel, weil er bereits am Ende der Jungsteinzeit, eigentlich schon in der Kupferzeit, lebte. Ich muss da was vertüddeld haben.
Also drücken wir es richtig aus: Die Altsteinzeitler, ernährten sich überwiegend von Fleisch und hatten wenig Karies. Die Ägypter, des Neuen Reichs waren eine Hochkultur, die bereits regelmäßig zuckerhaltige Nahrung zu sich nahmen. Sie litten sehr unter Karies.
Getreide wird dabei allerdings eine untergeordnete Rolle gespielt haben, bzw. es hat den Kariesbefall nur gefördert, nicht ausgelöst. Der Zuckergehalt ist zunächst sehr niedrig. Es gibt zwar, bei Menschen, einen enzymatische Abbau, von Stärke, zu kleineren Einheiten, durch den Mundspeichel, der ist aber sehr unvollständig. Es dauert sehr lange, bis die ganze Molekülkette, bis zur Glycose, zerlegt ist. Brot würde sonst süß schmecken. (Erst wenn man ganz lange, auf einem Stück Brot kaut und es mehrere Minuten im Mund behält, entsteht ein ganz leicht süßlicher Geschmack).
Ich vermute, der Sinn des Enzyms besteht nicht darin, bereits im Mund Glycose zu produzieren (Das ist der eigentliche Energieträger, den der Körper verstoffwechselt.), sondern die Stärke besser löslich zu machen. Damit sie im Magendarmtrakt leichter gelöst und aufgeschlossen werden kann.
Jeder chemische Angriff, also auch ein enzymatischer, ist, von der Größe der Oberfläche, abhängig, aber selbst unser Feinbrot schmeckt wenig süß. Das sehr grob gemahlene Mehl früherer Kulturen wird also kaum Zucker im Mund produziert haben. Das Problem lag eher in zu hoher Abnutzung der Zähne, durch Gesteinsstaub, aus den Mahlsteinen.
Ok, wenn der Zahnschmelz komplett weg ist, wird der Zahn anfälliger werden. Es ist dann aber zunächst ein mechanisches Problem.