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Milchbart
Gast
Hallo Milchbart,
ich finde deine Ausführungen interessant,denn bisher bin ich der Annahme gefolgt,dass Calziumoxalat bei einem und durch einen PH-wert unter 6,2 ausfällt.
Ich hatte selbst eine Katze,die bei reinem Trofu Blasenentzündungen und kurz drauf Blasenentzündungen mit Struvitkristallen hatte.
Wenn Calzium immer ausfällt,wie kommt es dann zustande,dass viele Katzen ausschließlich Struvitkristalle haben ohne Calzium?
Und erst durch harnansäuerndes Trofu Calziumoxalat auftaucht?
Müssten Trofukatzen nicht öfter beides haben oder auch nur Calziumoxalat (bevor man zu ansäuernden Trofu wechselt)?
Ich bin aber etwas skeptisch,ob Eisenchlorid III nur das Oxalat knackt.Immerhin oxidiert es mit Kupfer und da Katzennieren quasi DIE Sollbruchstelle bei vielen Katzen ist,sehe ich hier eine potenzielle Gefährdung.
Etwas überspitzt ausgedrückt ist auch Zyankali wasserlöslich und wird über die Nieren ausgeschieden...
Calcium als solches fällt nicht immer aus. Calcium ist das Kation, welches mit diversen Anionen Salze bildet. Calciumoxalat ist praktisch unlöslich. Calciumcarbonat z.B. ist nur sehr wenig löslicher, in basischem oder neutralen Bereich, sauer wird es aber deutlich löslicher, während Calciumchlorid immer recht gut löslich ist.
Die Sache ist also recht kompliziert. Um einen Kristall auszufällen brauchst du passende Kationen und Anionen. Scheidet die Katze, aus welchem Grund auch immer, Oxalationen aus, können die sehr wohl in Lösung bleiben, solange nicht Calciumionen, z.B. aus dem Futter, dazu kommen. In diesem Fall spielt der pH dann eigentlich keine direkte Rolle mehr.
Beim Struvit ist es einfacher zu verstehen, da er nur in neutralem bis basischen Bereich ausfällt, sauer aber etwas löslicher ist.
Um es noch komplizierter zu machen, gibt es neben den beiden beschriebenen Salzen (Das ist eine Stoffgruppe, damit ist nicht Kochsalz gemeint.),noch eine ganze Reihe von anderen Kombinationen, die Blasensteine ergeben können. Daher ist es ja so schwierig, die Ursache klar zu erkennen. Einige dieser Ionen treten eben vermehrt bei Stoffwechselerkrankungen auf, andere bei falscher Ernährung. Entscheidend dürfte dabei immer sein, dass Kationen und Anionen, welcher Art auch immer, zusammen kommen, die unlösliche Kristalle bilden. Bei vielen Kombinationen ist Unlöslichkeit nur im basischen Milieu gegeben. Bei denen ist ansäuern des Urins also sinnvoll.
Gängige Kandidaten sind auf der Kationenseite Magnesium, Calcium, Ammoniak und in einem Fall sogar Natrium, welches eigentlich unentbehrlich für das Leben ist. Gängige Anionen sind Carbonate, Phosphate aber auch Harnsäure.
Daneben gibt es auch noch ein paar organische Stoffwechselprodukte, die krankhaft ausgeschieden werden und überhaupt keine Salze sind, wie Cystin oder Xanthin. Ich weiß allerdings nicht, ob die auch bei Katzen vorkommen. Da verlassen wir die Chemie und müssten einen Tiermediziner fragen.
Übrigens oxidiert Eisen III Chlorid nicht mit Kupfer. Das Eisenion ist bereits oxidiert und Kupfer ist das edlere Element. Außerdem würden, wenn überhaupt, in einem Metabolismus Eisen und Kupfer immer nur als Ionen aufeinander treffen, sind also beide bereits oxidiert.
Wir sollten uns allerdings nicht zu sehr daran festbeißen. Ich schrieb ja schon ganz am Anfang, dass ich nicht einmal mehr sicher bin, ob damals wirklich Eisenchlorid zum Einsatz kam. Es erscheint mir halt sinnvoll.