Ehemalige Besitzer möchten unsere Katze besuchen – wie damit umgehen?

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Nickin

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25. März 2025
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Hallo zusammen,

ich hoffe, ihr könnt mir eure Einschätzung geben – vielleicht hat jemand von euch so etwas auch schon erlebt.

Wir haben vor etwa drei Wochen einen Kater von einer Familie übernommen. Es war ein ganz normaler Verkauf – kein Schutzvertrag, keine Vereinbarung über Rückgabe oder Besuch. Seitdem lebt er bei uns, wurde inzwischen kastriert, und wir führen ihn gerade behutsam mit unserer vorhandenen Katze zusammen. Er hat sich in dieser kurzen Zeit schon toll entwickelt und beginnt, sich wirklich zuhause zu fühlen.

Was mich allerdings sehr belastet:

Schon eine halbe Stunde nach der Übergabe kamen die ersten Nachrichten – und seitdem erreichen uns mehrmals täglich Updates, Fragen oder emotionale Nachrichten wie „Wir vermissen ihn sooo sehr“.

Die Familie scheint sich emotional nicht von ihm gelöst zu haben – und ich habe das Gefühl, dass sie unbewusst erwarten, weiterhin Teil seines Lebens zu bleiben.

Mittlerweile kam auch eine konkrete Besuchsanfrage:

Sie wollen bald in unsere Gegend fahren und würden gerne „kurz“ vorbeikommen, um ihn zu sehen. Ich habe aus Unsicherheit und Höflichkeit zuerst eher vage geantwortet („Wenn’s mal passt, sagt Bescheid“) – aber das wurde sofort als Zustimmung gewertet. Jetzt wird aktiv geplant, und es heißt, sie würden sich bis dahin auch über Fotos und Videos freuen.

Ich bin ehrlich: Das ist mir zu viel. Ich habe nichts gegen Empathie, aber ich habe das Gefühl, dass mir hier eine emotionale Verantwortung aufgedrängt wird, die mir nicht zusteht – oder besser gesagt: die ich gar nicht tragen kann. Ich finde auch nicht, dass ein Besuch, gerade jetzt, für den Kater gut wäre. Er fängt gerade an, Bindung aufzubauen – soll er dann plötzlich seine alten Menschen wiedersehen und sie dann gleich wieder gehen lassen?

Ich frage mich wirklich:


• Ist es für ein Tier gut, seine früheren Besitzer nach so kurzer Zeit wiederzusehen?

• Oder schadet es der Bindung zu uns – oder verwirrt ihn sogar?

• Und ganz grundsätzlich: Bin ich verpflichtet, so einen Besuch zuzulassen, wenn die vorherige Familie nicht richtig loslassen kann?


Ich habe das Gefühl, dass ein einmaliger Besuch nicht das Ende der Geschichte wäre, sondern eher eine Tür offen lässt, die ich eigentlich schließen möchte. Gleichzeitig fällt es mir schwer, das klar zu sagen, ohne wie die „Böse“ dazustehen.

Vielleicht habt ihr Erfahrungen oder Gedanken dazu? Ich möchte im Sinne des Katers entscheiden – nicht aus Pflichtgefühl gegenüber den Vorbesitzern.

Danke
 
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Ich würde ganz speziell den jetzt anstehenden Besuch ablehnen, weil der Kater sich gerade in der Phase des Eingewöhnens befindet und das einen enormen Rückschritt bedeuten könnte. Sag denen das ruhig so, das Befinden des Katers geht hier eindeutig vor!
 
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Und ganz grundsätzlich: Bin ich verpflichtet, so einen Besuch zuzulassen, wenn die vorherige Familie nicht richtig loslassen kann?
Nein, es gab einen Verkauf, somit gehört der Kater euch. Wenn man ein Auto verkauft, kann man danach ja auch nicht mehr eine Runde fahren..🤷🏻‍♀️

Ich persönlich würde den Kontakt minimalisieren, höchstens mal ein Foto senden. Einen einzigen Besuch würde ich zulassen, aber erst nachdem die Zusammenführung abgeschlossen ist.
Bei diesem Besuch können sie sich davon überzeugen, dass es dem Kater gut geht. Danach würde ich keine weiteren Besuche mehr akzeptieren.
 
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Und ganz grundsätzlich: Bin ich verpflichtet, so einen Besuch zuzulassen, wenn die vorherige Familie nicht richtig loslassen kann?
Du hast keinerlei Verpflichtung jemanden in dein Haus und Leben zu lassen nur weil Du die Katze gekauft hast. Wenn die Bindung so eng war, warum wurde er denn überhaupt verkauft?
Wenn die Familie einen Besuch plant ohne dass Du einen Termin genannt hat - Pech.
Lass den Kontakt am besten von Deiner Seite aus einschlafen oder stelle ihn ganz ein.

Es war ein ganz normaler Verkauf – kein Schutzvertrag, keine Vereinbarung über Rückgabe oder Besuch.
Nichts schriftliches?
Dann sichere Nachrichten, Verkaufsanzeige und Chat-Verläufe. Nicht, das die Familie auf die Idee kommt den „Kauf“ rückgängig zu machen und den Kater einfordert.

Ich habe das Gefühl, dass ein einmaliger Besuch nicht das Ende der Geschichte wäre, sondern eher eine Tür offen lässt, die ich eigentlich schließen möchte. Gleichzeitig fällt es mir schwer, das klar zu sagen, ohne wie die „Böse“ dazustehen.
Hör auf dein Gefühl. Du wirst so oder so die Böse sein.
P.S. Mir würde das auch schwer fallen.
 
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Wie alt ist denn der Kater und warum haben sie ihn verkauft @Nickin? Das tut zwar nichts zur Sache, aber es interessiert mich.

Ich würde es ihnen genauso sagen, wie du es hier geschrieben hast - dass du das nicht willst. Wenn du die Eingewöhnung als Grund angibst, fragen sie in drei Monaten möglicherweise wieder bei dir an. Von daher würde ich hier von Anfang an eine klare Linie ziehen, um weitere Anfragen zu vermeiden.
 
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Ich bin ehrlich: Das ist mir zu viel. Ich habe nichts gegen Empathie, aber ich habe das Gefühl, dass mir hier eine emotionale Verantwortung aufgedrängt wird, die mir nicht zusteht – oder besser gesagt: die ich gar nicht tragen kann. Ich finde auch nicht, dass ein Besuch, gerade jetzt, für den Kater gut wäre. Er fängt gerade an, Bindung aufzubauen – soll er dann plötzlich seine alten Menschen wiedersehen und sie dann gleich wieder gehen lassen?
Genau das o.g. würde ich den Leuten sagen/schreiben.
Im Mittelpunkt steht der Kater und seine Möglichkeiten in eure Familie hinein zu wachsen.
Du hast dem Kater gegenüber die Pflicht ihm seine Eingewöhnung zu erleichtern und nicht seinen vorherigen Haltern den Abschied zu erleichtern.
Ich würde das knallhart durchziehen. Im allerhöchsten Fall kannst du ihnen 1x im Monat ein Foto oder Video schicken....vielleicht 3 Monate lang. Zwischendurch gibt es nichts!
Hast du eine Quittung über die Zahlung an die Vorbesitzer?
 
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Ich denke, ein paar Fotos von ihm nach der Eingewöhnung kannst Du ihnen schon schicken, aber sonst nichts, v.a. keinen Besuch!
Das wirft den Kater nur wieder zurück, würde ich unbedingt ablehnen!
 
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Nichts schriftliches?
Dann sichere Nachrichten, Verkaufsanzeige und Chat-Verläufe. Nicht, das die Familie auf die Idee kommt den „Kauf“ rückgängig zu machen und den Kater einfordert.

Das dachte ich auch sofort.
Auf wen ist der Kater gechippt/registiert?
Wenn er noch nicht auf Euch gemeldet ist, würde ich das schnell nachholen.
 
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Ich würde dir zuerst mal raten dass was du uns hier schreibt, den Leuten auch mal mitzuteilen.
Es klingt so, als hättest du aus Gründen der Höflichkeit womöglich nie klar gesagt dass du das nicht möchtest.
Ich hoffe sehr ihr habt einen normalen Kaufvertrag, sonst kann ich mich den vorschreibern nur anschließen: aber ich glaube niemand würde einfach so Katze gegen Geld tauschen und fertig 😅
 
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Wie alt ist denn der Kater und warum haben sie ihn verkauft @Nickin? Das tut zwar nichts zur Sache, aber es interessiert mich.

Ich würde es ihnen genauso sagen, wie du es hier geschrieben hast - dass du das nicht willst. Wenn du die Eingewöhnung als Grund angibst, fragen sie in drei Monaten möglicherweise wieder bei dir an. Von daher würde ich hier von Anfang an eine klare Linie ziehen, um weitere Anfragen zu vermeiden.
Sie kamen nicht auf die „Bedürfnisse“ und „Ansprüche“ des Katers klar, er wäre wohl zu wild gewesen und würde andauernd raus wollen. Haben ihn kastrieren lassen weil wir geahnt haben, dass er mit seinem jetzigen 6 Monaten überreif sein würde. War dann auch so, Tierärztin meinte er wäre überentwickelt gewesen und hätte sich sehr gequält. Jetzt ist er engelsgleich und versteht sich super mit unserer Katze.
 
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Ja, chippen ist die eine Sache - aber bei Tasso registrieren gehört unbedingt dazu!
Schon gemacht?
 
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An Deiner Stelle würde ich auch höflich, aber bestimmt, eine klare Grenze setzen und in etwa das den Leuten mitteilen, was Du in Deinem Eingangspost geschrieben hast. Dass jemand anfangs gern noch Fotos und Berichte hätte, verstehe ich. Ich fänd es eher seltsam, wenn keine Nachfrage käme, wie es dem Kater geht, aber natürlich nicht in dem von Dir beschriebenen Ausmaß. Das würde ich als belästigend empfinden. Einen Besuch kannst Du, wenn Du dazu bereit bist, zulassen, nachdem sich der Kater (wie heißt er?) richtig bei Euch eingelebt hat. Dann wird ihm das Wiedersehen schnuppe sein.
 
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Also ich finde einen Besuch völlig unnötig. Es reicht doch, wenn sie hin und wieder ein Foto oder Video bekommen und sehen können, dass es ihm gut geht!
 
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Gut - das vergessen nämlich einige!
 
Ich würde einen Besuch zulassen, auch wenn du mit ihnen nicht auf einer Wellenlänge bist.

Viele Tierheime und Pflegestellen machen eine Vorkontrolle und auch eine Nachkontrolle.

Lass sie nach der Zusammenführung einmal sehen, wo und bei wem er gelandet ist und wie es ihm geht.
Das hilft ihnen sich zu vergewissern das es das richtige war ihn euch zu geben und hilft beim loslassen.

Falls es wirklich keinen Kaufvertrag gibt, würde ich einen aufsetzen, mit Datum der eigentlichen Übergabe.
Es sichert euch ab.
Vorab aber den Chip bei Tasso auf euch registrieren lassen.

Man kann dann ja ab und zu noch ein paarmal Bilder schicken, das schläft dann aber in der Regel relativ schnell ein.

Wohnen sie weit von euch weg?
 
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Ich würde einen Besuch zulassen, auch wenn du mit ihnen nicht auf einer Wellenlänge bist.

Viele Tierheime und Pflegestellen machen eine Vorkontrolle und auch eine Nachkontrolle.

Lass sie nach der Zusammenführung einmal sehen, wo und bei wem er gelandet ist und wie es ihm geht.
Das hilft ihnen sich zu vergewissern das es das richtige war ihn euch zu geben und hilft beim loslassen.

Falls es wirklich keinen Kaufvertrag gibt, würde ich einen aufsetzen, mit Datum der eigentlichen Übergabe.
Es sichert euch ab.
Vorab aber den Chip bei Tasso auf euch registrieren lassen.

Man kann dann ja ab und zu noch ein paarmal Bilder schicken, das schläft dann aber in der Regel relativ schnell ein.

Wohnen sie weit von euch weg?
Sie waren ja bereits bei uns, als sie die Katze zu uns gebracht haben, ihre Kinder hätten ja darauf bestanden, dass neue Heim zu sehen… Wohnen tun sie ungefähr 40 min von uns und wissen auch wo wir wohnen.
 
Ich empfinde das Verhalten der früheren Besitzer als übergriffig.

Für das Tier sollte es kein Problem darstellen die alten Besitzer hin und wieder zu sehen.

Aber wenn Du dem jetzt keinen entschlossenen Riegel vorschiebst ist das Risiko hoch dass die "Anfragen" immer unverschämter werden.

Ich würde an dem Tag verreisen. Den Leuten nur sagen dass Du da nicht da bist und sie Euch somit nicht besuchen können. Fertig.

Und Updates: maximal eines die Woche. Fertig.
Wenn sie jammern: sorry, hab nicht so viel Zeit (will mich lieber um die Katzen kümmern denn Nachrichten zu verschicken)
 
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Ich denke, gerade wenn man ein Tier unfreiwillig abgeben muss (wegen Krankheit und man sich nicht mehr kümmern kann oder sowas), wäre ich da sehr offen mit mehr Updates und dem Bedürfnis, die Katze zu sehen. Aber hier wirkt es mehr so, Kater war anstrengend, also geben wir ihn ab, keine Kastration spricht auch nicht gerade dafür, dass man sich Gedanken gemacht hat. Da wäre meine Offenheit also sehr viel kleiner. Ich würde sagen, dass du jetzt gerade keinen Besuch willst wegen der Eingewöhnung und du darauf zurückkommst, sobald du denkst, dass es passen würde. So hast du in der Hand, wann und ob du es zulässt. Und ich würde auch schreiben, dass du gerne Fotos schicken kannst hin und wieder, aber keine grossen Updates andauernd, weil dich das stresst.
 
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Hallo,

dass Du einen Besuch nicht möchtest verstehe ich absolut und würde das auch klar und deutlich kommunizieren. Ab und an mal Fotos bzw. wenns "passt" ein sehr lockerer Kontakt, aber mehr würde ich für mich nicht wollen. Was Du schreibst, kommt für mich schon sehr übergriffig rüber von Seiten der Vorbesitzer und ich befürchte, dass das, wenn Du "nachgibst" nicht weniger werden wird. Ob Du dann in deren Augen die "Böse" bist, das sollte Dir komplett egal sein. Die Familie hatte sich dazu entschlossen, den Kater abzugeben und muss nun mit dieser Entscheidung leben.
 
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