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Freddy ist ein Siam ohne Papiere. Aber er hat die Merkmale einer Siamkatze. Vielleicht steckt da noch etwas anderes drin, aber die Siammerkmale sind auf jeden Fall dominant.
Nein, das kannst du so nicht sagen.
Was ist ein Siam-Merkmal? Die Maske? Die ist von der Vererbung her nicht dominant, sondern rezessiv.
Was macht die Maske für dich zu einem Siam-Merkmal? Weil Siam das als erste hatten oder immer haben? Bei letzterem ist es bspw. kein alleiniges Merkmal der Siam, sondern auch der Birma, Neva Masquerade,... usw.
Freddy besitzt aber natürlich äußere Merkmale, die in der Vererbung dominant sind, z. B. Schwarz, Agouti (Tabbymusterung), Kurzhaar. Aber sind das Siam-Merkmale? Ich denke eher nicht.
Klar, das klingt kleinlich, und ich würde ihn aufgrund seiner Optik auch für einen Siam-Mix halten, aber man kann hier nicht unbedingt von "dominanten" Merkmalen sprechen.
Mir ist das erst neulich aufgegangen, als ich mir etwas über die Rasse Brazilian Shorthair durchgelesen hatte.
Das ist tatsächlich eine von TICA anerkannte Rasse. Aber sie geht auf ganz normale brasilianische Streunerkatzen zurück. Die Rasse hat keine besonderen Merkmale oder Farbschläge. Man kann sich dort tatsächlich Streuner mit irgendwelchen interessanten Farben von der Straße holen, eine Zucht aufziehen und diese dann anmelden. Da war ich baff. In 20 Jahren darf sich dann Brazian Shorthair nur noch nennen, wer von Amalia von Bittencourt und Gregorio von Aviz oder so abstammt. Dabei ist das Quatsch, denn alle brasilianischen Streuner sind eigentlich Brazilian Shorthair. Heisst ja nix anderes als brasilianische Kurzhaarkatze, und wie soll man sie sonst nennen? EKHs sind es seit 500 jahren nicht mehr.
Was findest du denn jetzt daran so ungewöhnlich? Ich kenne die Rasse nicht und hab mich noch nie damit beschäftigt, aber es ist ein sehr gängiger Weg, Katzenrassen zu "erschaffen" / zu definieren oder gewisse optische Merkmale zu erhalten. Bei den Coonies oder den Norweger hat man auch einfach die dort vorhandenen Haus- / Waldkatzen genommen und gezielt gezüchtet.
Was die Farben angeht, gibt es denn dazu einen Rassestandart? Da wären dann die Farben festgeschrieben. Wenn du schreibst
"Die Rasse hat keine besonderen Merkmale oder Farbschläge" heißt das, sie soll optisch so weiter erhalten werden, wie sie gerade auf der Straße rumläuft?
Von daher gebe ich auf Ahnen und Stammbaum nicht besonders viel. Auch die Ururahnen irgendwelcher preisgekrönter Katzenhäupter waren irgendwann mal stinknormale Hofkatzen. Und die Kackerchen, die bei denen hinten heraus kommen, sehen genauso aus, wie bei meinen Bauernhofkatern.
Diese Aussage finde ich hmm schwierig. Klar sind auch Rassekatzen nur Katzen, fressen, jagen, spielen, schlafen, ka..
😀 Das bestreitet sicher niemand.
Aber auf "Ahnen und Stammbaum gebe ich ich trotzdem was", denn ohne sind sie für mich auch keine Rassen.
Heißt aber nicht, dass ich das Eine besser und das andere schlechter finden würde (abgesehen davon, dass ich vermehren schrecklich finde, aber hat ja nix mit der Katze selbst zu tun).
Viel wichtiger ist tatsächlich der gesundheitliche Aspekt. Aber da ja die meisten Zuchtmerkmale mehr oder weniger schädliche Gendefekte sind und da eben viele andere Probleme als blinde Passagiere mitkommen können, werden auch abertausende Checks nur wenig helfen. Es gibt hier eine Userin, die innerhalb kürzester Zeit zwei MCs vom Züchter verloren hat. Obwohl Eltern und Großeltern geschallt waren. Züchter sind halt auch keine Götter.
Nein, es sind doch nicht alles Gendefekte
😱 Mutationen ja, aber sei dir bewusst, dass alles mutiert ist, was nicht Black Tabby ist
😀 Denn das ist der Ursprung, alles andere kam dazu.
Gut, Gendefekt war das falsche Wort, gebe ich zu. Genmutation? Kann sowohl schädlich als auch nützlich sein. Oder eben keine Auswirkungen haben auf die Lebensqualität. Können wir uns darauf einigen?
Klingt schon besser
🙂
Blaue Augen z.B. Ich finde blaue Augen bei Katzen wunderschön und fände es schade, wenn es diese nicht mehr gäbe. Aaaaber: ICH habe den Eindruck, dass Freddy schlechter sieht als meine anderen beiden. Da ich keine Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Blauaugen habe, kann ich nicht sagen, ob es nun ein individuelles Problem bei Freddy ist oder generell an den blauen Augen liegt. Das Schielen aus Kittenzeiten hat sich eigentlich mehr oder weniger gelegt. Daran kann es wohl nicht liegen.
Und wenn es tatsächlich an der Augenfarbe liegen sollte, sage ich nur: weg damit. Da bräuchte es aber natürlich eine breitangelegte Studie.
Zum Problem der blauen Augen gibts durchaus Untersuchungen, zumindest was den Unterschied Turner-Blue und normal Blau, fehlendes oder vorhandenes Tapetum Lucidum angeht.
Ich hab mich damit nicht ganz so tief beschäftigt (nur das was im Farblexikon steht unter Taubheit weißer Katzen), aber ich glaube, dass "man" schon weiß (nachgewiesen hat?), dass blaue Augen lichtempfindlicher sind.
Edit: mein WWF-Kater Zeca hat auch eine Andeutung von Ohrpinseln. Leider hat er seine Papiere nicht mitgebracht. Tja, da nützen ihm seine Pinselchen gar nix. Bleibt er halt Katzenplebs.
Meine Sissi hat auch Ohrenpinsel, sogar recht lange. Sie hat auch keine Papiere mit ins Tierheim mitgebracht. Ist sie Persermix? BLH-Mix? Coonie-Mix?
😀 Keine Ahnung, sie ist jedenfalls die schönste Katze die ich kenne und ganz sicher kein Plebs
🙂
Wertet doch eure Katzen nicht so ab, nur weil sie nicht nachweislich Rasse X oder Y sind
😉